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Thema des MonatsKarma

Karma

Das Wort »Karma« entstammt ursprünglich der alt-indischen Sprache (Sanskrit) & bedeutet wörtlich »Wirken, Tat«. Vereinfacht gesagt bezeichnet Karma das Prinzip von Ursache & Wirkung.

Nach dieser Lehre ruft jede Handlung eine ihr entsprechende Wirkung & Reaktion hervor. 

An dieser Aussage & Erkenntnis wäre erst einmal nichts brisantes zu finden, oder?

Sowohl im Buddhismus als auch im Hinduismus ist es ein fester Glaubensbestandteil in Verbindung mit der Reinkarnationslehre.

Alles gegenwärtige Geschick eines Menschen soll demnach mit seinem Verhalten in einem früheren Leben zusammenhängen & somit wiederum die Qualität & Art seiner Wiedergeburt bestimmen.  

Somit wird diese Lehre zu einem zynischen & antihumanistischen Konstrukt, welches marginalisierte & unterdrückte Gruppen (zum Beispiel Homosexuelle, schwer Erkrankte, Geflüchtete) die Schuld an ihrer Situation gibt & - schlimmer noch - diese Umstände als Merkmal eines »früheren Lebens in Sünde« ansieht. Mit einer solch menschenverachtenden Lebensphilosophie lässt sich seit Jahrhunderten das indische Kastensystem aufrechterhalten, sowie Unwissende & Leichtgläubige ausnutzen. 

Einige bringen es sogar so weit, die Shoa (Holocaust) der jüdischen & andersdenkenden Bevölkerung zu Zeiten des Dritten Reichs mit dieser Denkweise zu »rechtfertigen«.

Vielen Menschen im Westen, die den Begriff der Karmalehre verwenden, ist nicht klar, dass eine solche allgemeine Auffassung das Ende des Humanismus bedeuten würde.

Diese Einstellung finden sich übrigens häufig in der (deutschen) Esoterikszene, welche erschreckend oft Überschneidungen mit rechtsoffenen & menschenverachtenden Ideologien aufweist.

 

leben & lernen

Wie bereits erwähnt - Karma steht für das Prinzip von Ursache & Wirkung. Jede unserer Taten kann Einfluss auf unsere Lebensumstände, Situationen & Ereignisse haben. Die Wahl unseres Wohnortes, unserer Arbeitsstelle, unseres Freundeskreises - all das beeinflusst, wie unser Leben verläuft. 

Bei Karma handelt es sich nicht um ein diktatorisches Urteil oder die Bestrafung durch eine Gottheit. Du hast die Fäden zu einem Großteil selbst in der Hand. 

Wie kann ich nun mit dem Karma-Gedanken umgehen, um ihn wirksam & sinnvoll ich mein Leben zu integrieren?

Bleibe im Hier & Jetzt, bei dir. 

Ein tolles Sprichwort dazu lautet »Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg’ auch keinem anderen zu.« Wenn wir uns freundlich & wohlwollend verhalten, erhöht sich die Möglichkeit, dass uns ebenso begegnet wird. Das schliesst natürlich alle Lebewesen ein.

 

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.

Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.

Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.

 

Um diese Klarheit zu erhalten, reflektiert zu handeln & Durchhaltevermögen zu entwickeln, sind die Techniken des Yoga sehr hilfreich. Pranayama (Atemübung), Asana (Körperhaltungen) & Meditation sind wichtige Werkzeuge, um den Trubel des Alltags abzuschütteln & Kraft zu entwickeln, sich auch den düsteren Kapiteln des Lebens, miesen Angewohnheiten & fiesen Verhaltensweisen zu stellen. So können wir uns weiterentwickeln, ausgeglichener werden & schließlich maßgeblich unser Umfeld, unser Leben & das Leben anderer auf eine positive Art beeinflussen.

Was du gibst, wirst du irgendwann zurück bekommen.